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Lehrveranstaltung 03812 (WiSe 06/07)

Fakultät Kultur- und Sozialwissenschaften
Lehrgebiet: Bildung und Differenz
 
03812 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen institutionalisierter Bildung und Erziehung im Nationalstaat im Wintersemester 2006/2007
Hinweis Das Semester dieser Veranstaltung ist beendet.
grundlegende Überarbeitung: Wintersemester 2005/2006 Umfang: 7.0 SWS
Übungsumfang: 0.0 SWS nächster geplanter Einsatz: Sommersemester 2007
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Beschreibung
Kursbeschreibung1. KE - Sozialisation - Eine Einführung Sozialisation ist der zentrale Begriff, mit dem die komplexen Vorgänge bei der Vergesellschaftung von Individuen bezeichnet werden. Dabei geht es darum, die Beziehungen zwischen Individuen, zwischen Individuen und Gruppen sowie zur Gesellschaft aufzuhellen. Gängige Sozialisationstheorien unterscheiden diese Bedingungen je nach dem Alter, Geschlecht und der sozialen Stellung der Individuen; ethnische Differenzierung wird allenfalls am Rande thematisiert. In diesem Studienbrief wird erstmals der Versuch gemacht, ethnische Vielfalt als Regelfall gesellschaftlicher Existenz neben den anderen Unterscheidungsmerkmalen in die Sozialisationstheorie aufzunehmen. Der Kurs führt in die Fragestellung der Sozialisationstheorie insgesamt ein. 2. KE - Nationalstaat und Erziehung Erziehung ist ein altes Phänomen, Nationalstaaten entstanden erstmals im 19. Jahrhundert. In diesem Kurs wird der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen die Nationalstaatsbildung auf organisierte Erziehungsprozesse hatte und noch hat. Abschließend wird gefragt, wie sich die Beziehungen zwischen Nationalstaat und staatlicher Erziehung entwickeln könnten. 3. KE - Schule und Politik in Deutschland Schwerpunktmäßig erkundet der Autor die Zeit zwischen 1848 und 1933, die er in folgende Etappen gliedert: 1848 bis 1872: Die Idee einer "Schule für alle" verbreitet sich und stößt auf Widerspruch und Gegner, 1872 bis 1918: Veränderte "Fronten" in der Schulpolitik im Kaiserreich, 1918 bis 1933: Zur Praxis demokratischer Schulpolitik in der Weimarer Republik. Ein Ausblick auf die weitere Entwicklung bis in die neunziger Jahre erlaubt einen Überblick über zweihundert Jahre Schulpolitik. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Entwicklung der Volksschule, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts die Schule von bis zu 95 % der Kinder ist. Die Darstellungsweise des Kurses orientiert sich an einer sozialgeschichtlichen historischen Pädagogik, die davon ausgeht, dass, "wer sich über die Geschichte der Erziehung Klarheit zu verschaffen sucht, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auch zu untersuchen hat". Man muss hinzufügen: und damit eine unabdingbare Ergänzung zur Ideengeschichte der Pädagogik liefert. Die schulorganisatorischen und schulpolitischen Entscheidungen der im Kurs dargestellten Zeitspanne sind von exemplarischer Bedeutung für die Schulentwicklung in der Bundesrepublik bis heute. 4. KE - Funktionen schulischer Erziehung in der Gesellschaft Bildungsinstitutionen erfüllen Aufgaben für einzelne, für Gruppen innerhalb der Gesellschaft und für die Gesellschaft. Die Aufgabenerfüllung kann unterschiedlich wahrgenommen werden und auch unterschiedlich erfolgen; sie kann bestimmte Interessen berücksichtigen, andere vernachlässigen; in aller Regel aber wird betont werden, dass sie im gemeinsamen Interesse liege, dem Gemeinwohl diene. Bildungsprozesse als staatliche oder staatlich veranlasste Veranstaltungen - wobei der Staat gewissermaßen den organisatorischen Rahmen für Gesellschaft darstellt - können nicht unabhängig vom Reproduktionsinteresse der Organisation "Staat" erklärt werden. Einen Erklärungsrahmen bietet die Analyse der gesellschaftlichen Funktionen von Schule (wie z. B. Qualifikation, Sozialisation, Selektion, Allokation und Legitimation). 5. KE - Andere Ethnien in Schulen in Deutschland Die Bandbreite der Schulen für ethnische Minderheiten in der BRD reicht von autonomen, fremdsprachigen Schulen für bestimmte Gruppen bis zum Unterricht in Regelklassen in deutschsprachigen Schulen. Es handelt sich um Schulen der Natostreitkräfte (z. B. belgische, britische, US-amerikanische) ohne irgendeine Schulaufsicht eines Kultusministers aus der BRD, um Schulen in privater Trägerschaft (z. B. lettisches Gymnasium in Münster), um Schulen parallel zum Schulbesuch deutscher Schulen (z. B. koreanische Nachmittagsschule in Bremen), um Vorbereitungsklassen, muttersprachlichen Ergänzungsunterricht und/oder Regelklassen für Kinder aus ehem. Anwerbeländern. Diese Vielfalt lässt sich nicht mit bildungspolitischen oder pädagogischen Überlegungen erklären - wohl aber mit außenpolitischen Opportunitätsüberlegungen. 6. KE - Durchsetzung von Nationalsprachen in Europa Der Kurs beinhaltet das Aufkommen der Nationalsprachen in Europa seit dem Mittelalter unter sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen. Dabei spielt die Funktion der Nationalsprachen für die Formierung der europäischen Staaten eine wichtige Rolle; Folge: Ein- bzw. Ausgliederung sprachlich und kulturell verschiedener Gruppen. Anhand einiger exemplarischer Beispiele, vorwiegend aus dem romanischen Sprachbereich, wird dieser Entwicklungsstrang verdeutlicht. Nicht nur im Hinblick auf die dabei entstandenen sprachlichen Minderheiten soll der Kurs zur Schärfung der Urteilsfähigkeit sprachpolitischer Situationen beitragen.
Termine
Veranstaltungsbeginn: 02.10.2006
Versand
Material
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Betreuung
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